Die Ventilatorsektion ist das energetische Herz einer Lüftungszentrale (RLT). Alles andere im Gehäuse — Filter, Register, Schalldämpfer, Klappen — erzeugt nur Widerstand; die Ventilatoren zahlen die Stromrechnung. Dieser Leitfaden erklärt, wie Ventilatoren in RLT-Geräten angeordnet sind, warum EC-Radialgebläse mit beidseitigem Einlass zur Standardwahl geworden sind und wie sie mit drei Parametern dimensioniert werden.
Wie Ventilatoren in der Lüftungszentrale angeordnet sind
Für die Ventilatorsektion haben sich zwei Bauarten etabliert:
- Einzelnes Plug-Fan-Laufrad in der Kammer. Ein doppelseitig einlaufendes Radiallaufrad sitzt ohne Spiralgehäuse direkt in der Kammerwand und bläst in den Plenum hinter dem Register. Weniger Bauteile, ein Motor, einfache Verdrahtung — die klassische Lösung für kleinere RLT-Geräte.
- Ventilatorarray (Ventilatorwand). Mehrere kleinere EC-Ventilatoren laufen parallel in einem Panel. Das Array bringt Redundanz — ein ausgefallener Ventilator mindert nur die Kapazität, statt das Gerät stillzulegen — senkt die Bauhöhe der Sektion und erzeugt ein gleichmäßiges Abströmbild über Filter- und Registerfläche.
Beide Varianten beruhen auf demselben Bauteil: einem rückwärts gekrümmten Radialgebläse mit beidseitigem Einlass und EC-Motor.
Warum RLT-Geräte auf EC-Ventilatoren mit beidseitigem Einlass setzen
Ein RLT-Ventilator muss Luft durch Filter, Register, Schalldämpfer und Kanalnetz drücken — das ist verfügbarer Außendruck, nicht nur ein hoher Volumenstrom. Rückwärts gekrümmte Radiallaufräder mit beidseitigem Einlass erzeugen diesen Druck effizient, und die doppelte Einlassseite teilt den Strom auf zwei Saugflächen: Dieselbe Luftleistung entsteht mit einem Laufrad kürzerer axialer Länge und ausgeglichenem Sog auf beiden Seiten.
Der EC-Anteil ist mindestens so wichtig. Ein EC-Motor ist eine permanentmagneterregte Maschine mit integrierter Leistungselektronik: keine auszurichtenden Riemen und Scheiben, kein separates Frequenzumrichterschrank, und die präzise Drehzahlregelung steckt im Ventilator selbst. Zum Themenfeld Motor-Wirkungsgrad siehe den Vergleich EC- versus AC-Ventilatoren.
Teillast: Warum sich Drehzahlregelung auszahlt
Die Ventilatorleistung wächst näherungsweise mit der dritten Potenz der Drehzahl. Eine Lüftungszentrale mit 70 % Volumenstrom braucht nur etwa ein Drittel der Leistung — aber nur, wenn der Ventilator tatsächlich langsamer läuft statt über Klappen gedrosselt zu werden. Da RLT-Geräte die meisten Betriebsstunden weit unter dem Auslegungsvolumenstrom verbringen, gewinnt genau der Ventilator die Energierechnung, der sanft herunterregelt. Hier schlagen EC-Ventilatoren drehzahlfeste AC-Ausführungen: Die Elektronik stellt die Drehzahl stufenlos ein, ohne Drosselverluste.
Anbindung an die Gebäudeleittechnik
Moderne EC-Ventilatoren werden direkt an die Gebäudeleittechnik (GLT) angebunden:
- 0-10V-Analogeingang für einen einfachen Sollwert der Drehzahl.
- Modbus RTU (RS-485) als digitale Schnittstelle, die zusätzlich Drehzahl, Strom und Status an die GLT zurückmeldet.
Dieser Rückkanal macht die bedarfsgeführte Lüftung erst praktikabel: Das Gerät folgt CO₂, Belegung oder Zeitprogramm, und die GLT sieht — statt zu schätzen —, was der Ventilator tut.
Die drei Auswahlparameter
- Volumenstrom (m³/h). Der Auslegungsluftstrom des Geräts. Dimensionieren Sie den Ventilator für den Betriebspunkt, nicht für die freiblasende Leistung.
- Verfügbarer Außendruck (ESP). Der Gesamtwiderstand vor und hinter dem Gerät: Filter (im verschmutzten, nicht im sauberen Zustand), Register, Schalldämpfer, Klappen und Kanalnetz. Ein Ventilator, der nur auf saubere Filter ausgelegt wird, reicht in der ersten Heizperiode nicht aus.
- Einbauraum. Breite, Tiefe und Gewicht, die die Ventilatorsektion aufnehmen kann, dazu Elektroanschluss und Wartungsfreiraume. Beim Ventilatorarray entscheidet die Einzelmodulgröße, wie viele Geräte ins Panel passen.
Für eine allgemeine Einführung in die Ventilatordimensionierung siehe den Leitfaden zur Auswahl von Radialventilatoren.
Wartungsfreundlichkeit: Inspektionstüren, Auszugschienen und Modultausch
Die Wartung ist in der Ventilatorsektion vorgesehen, nicht improvisiert:
- Eine Inspektionstür vor der Ventilatorsektion, abgestimmt auf den Laufraddurchmesser.
- Auszugschienen, mit denen sich das komplette Modul aus Motor und Laufrad aus dem Gehäuse ziehen lässt, ohne die Kanalanschlüsse zu lösen.
- Beim Ventilatorarray modulare Einheiten, die sich in einem Wartungsfenster ausbauen und tauschen lassen, während die übrigen Ventilatoren mit höherer Drehzahl weiterlaufen.
Ein weiterer Grund, warum Arrays in Gebäuden beliebt sind, die Stillstände nicht tolerieren.
Fazit
Für die meisten Lüftungszentralen ist die Wahl heute unkompliziert: rückwärts gekrümmte EC-Radialgebläse mit beidseitigem Einlass, als Plug Fan oder als redundantes Array montiert, über 0-10V oder Modbus RTU angebunden. Stimmen die drei Auswahlwerte — Volumenstrom, ESP mit verschmutzten Filtern und Einbauraum —, läuft die Ventilatorsektion jahrelang leise. Sehen Sie sich die Radialventilatoren-Palette oder die EC-Ventilator-Technologieseite an und nennen Sie uns den Betriebspunkt Ihres Geräts — wir schlagen das passende Modell vor.